Journalismus · Podcast · Medienproduktion

KI-Recherche-Workshop für Redaktionen

KI-Recherche kann die Suche im Journalismus beschleunigen. Belastbar wird eine Geschichte erst, wenn Aussagen, Ursprungquellen, Widersprüche und offene Fragen nachvollziehbar geprüft sind.

Für Redaktionen, Podcast-Produktionen, Autorinnen und Autoren · online oder vor Ort · auf den eigenen Recherchealltag zugeschnitten. Der fachliche Spezialworkshop verbindet Input mit praktischen Übungen; er ist weder Coaching noch Organisationsentwicklung.

Das Rechercheproblem

Eine gute KI-Antwort ist noch keine belastbare Recherche.

Deep-Research-Systeme können große Quellenmengen erschließen und überzeugend zusammenfassen. Genau diese Geschlossenheit macht Fehler schwerer erkennbar.

Quellenangabe

Ein Link ist noch kein Beleg.

Eine Quelle kann existieren und trotzdem eine andere Aussage tragen, nur indirekt berichten oder selbst von einer früheren Darstellung abschreiben.

Modellkonsens

Zwei Antworten sind nicht zwei Quellen.

ChatGPT und Gemini können dieselbe Behauptung wiedergeben und dennoch auf derselben Ursprungquelle oder demselben Mediennarrativ beruhen.

Dramaturgie

Das stärkste Detail kann das riskanteste sein.

Gerade erzählerisch wirksame Einzelheiten müssen als Fakt, quellengebundene Theorie oder redaktionelle Spekulation sauber getrennt bleiben.

Der Workshop-Workflow

Drei klar getrennte Rollen statt einer einzigen KI-Antwort.

Die Systeme erhalten nicht dieselbe Aufgabe in derselben Rolle. Recherche, Gegenrecherche und redaktionelle Prüfung bleiben voneinander unterscheidbar.

01 · Hauptrecherche

ChatGPT Deep Research

Erschließt den Fall breit, sammelt Fundstellen, erstellt eine erste Chronologie und dokumentiert verwendete Quellen.

02 · Gegenrecherche

Gemini Deep Research

Arbeitet mit demselben Briefing, aber ohne die erste Antwort. Gesucht werden zusätzliche Quellen, Gegenbefunde und abweichende Darstellungen.

03 · Prüfung

Codex als Research Editor

Vergleicht Behauptungen und Belege, hält Widersprüche sichtbar und erzeugt fokussierte Aufträge für die nächste Nachrecherche.

Gemeinsame Übung

Was das Team im Workshop gemeinsam übt.

Statt eines festen Prompt-Katalogs erprobt das Team einen redaktionellen Arbeitsprozess, den es anschließend an die eigene Praxis anpassen kann.

  • Recherchefragen so formulieren, dass Fundstellen und Beleganforderungen von Anfang an klar sind.
  • KI-Aussagen auf die tatsächlich tragende Ursprungquelle zurückführen.
  • Primärquellen, unabhängige Bestätigungen und Quellenabhängigkeiten unterscheiden.
  • Widersprüche dokumentieren, statt sie in einer glatten Erzählung verschwinden zu lassen.
  • Offene Punkte in präzise Nachrecherche-Aufträge übersetzen.
  • Recherchematerial und für das Skript freigegebene Fakten konsequent trennen.

Vom Briefing zur Rechercheakte

So kann der Rechercheprozess auch nach mehreren KI-Runden nachvollziehbar bleiben.

01

Recherchebriefing

Ein identischer Masterprompt definiert Thema, Zeitraum, Quellenanforderungen, offene Fragen und gewünschte Nachweise.

02

Parallele Recherche

Haupt- und Gegenrecherche laufen getrennt. Die zweite KI erhält keinen Zugriff auf die Antwort der ersten.

03

Faktenmatrix

Jede relevante Behauptung wird mit Quelle, Status, Widerspruch und Eignung für das Skript erfasst.

04

Gezielte Nachrecherche

Nur offene Fragen, schwache Belege und fehlende Primärquellen gehen in die nächste Runde.

05

Finale Rechercheakte

Chronologie, Quellenregister, Widersprüche, Red Flags, verwendbare Fakten und verbleibende Unsicherheiten werden getrennt dokumentiert.

Stop-Regel

Geklärt oder transparent offen.

Eine Frage endet nicht mit einer plausiblen Auflösung, sondern mit einem belastbaren Beleg oder der dokumentierten Feststellung, dass sie nicht abschließend klärbar ist.

Aus der Praxis

Für „Schwarze Akte“ an einem realen Rechercheproblem entwickelt.

Der Workflow wurde für die Redaktion des Julep-Podcasts „Schwarze Akte“ an einem realen Rechercheproblem entwickelt. Die Veröffentlichung dieser Fallgeschichte ist freigegeben; weitere Einzelheiten zum Fall oder zur Zusammenarbeit bleiben bewusst außen vor.

Der zugrunde liegende Praxisfall verband deutsch- und englischsprachige Quellen, Medienberichte und Dokumente aus unterschiedlichen Kontexten. Daran ließ sich nachvollziehen, warum KI-Recherche ohne dokumentiertes Quellenmanagement nicht ausreicht.

Zum Podcast „Schwarze Akte“ bei Julep

Zielgruppen und Format

Für Teams, die mit vielen Quellen und hoher redaktioneller Verantwortung arbeiten.

Inhalt, Dauer und Fallbeispiel werden an Redaktion, Format und vorhandene KI-Erfahrung angepasst.

Passendes Format

Dauer und Umfang nach Vereinbarung

Dauer, Umfang, Vorbereitung und Fallbeispiel werden nach einem kurzen Vorgespräch in einem schriftlichen Angebot vereinbart.

Vertiefung

Nach Ziel und Recherchepraxis

Eigene Fälle, mehr Übungszeit, Datenschutz, Quellenstrategie oder ein gemeinsamer Redaktionsstandard können nach vorheriger Freigabe ergänzt werden.

Durchführung

Online oder vor Ort

Der konkrete technische und organisatorische Rahmen wird vorab auf Team, Accounts und gewünschtes Ergebnis abgestimmt.

Thomas Grupp

Journalistische Praxis, Produktionsverantwortung und ein nüchterner Blick auf KI.

Ich verbinde rund 18 Jahre Medien- und Unternehmenspraxis mit rund 15 Jahren Führungserfahrung.

Ich arbeite unter der Marke redcontent als Producer und Executive Producer sowie als strategischer und redaktioneller Lead. Insgesamt habe ich Verantwortung für mehr als 1.000 Film- und Fernsehproduktionen getragen. 2019 gründete ich die redcontent GmbH und war ihr Geschäftsführer. Im Workshop verbinde ich diese Praxis mit einem strukturierten KI-Workflow: nicht, um redaktionelles Urteil zu automatisieren, sondern um Recherchewege, Quellen und Unsicherheiten sichtbar zu machen.

Mehr zu meinem Erfahrungshintergrund · Systemische Workshops für Unternehmen

Rund 18 Jahre

Medien- und Unternehmenspraxis

Rund 15 Jahre

Führungserfahrung

Praxisbezug

Für einen Podcast-Workflow entwickelt

Häufige Fragen

Was Redaktionen vor dem Workshop wissen möchten.

Was ist ein KI-Recherche-Workshop für Redaktionen?

Der fachliche Spezialworkshop verbindet Input und praktische Übungen zu KI-gestützter Recherche, Quellenprüfung und redaktioneller Freigabe. Im Mittelpunkt stehen Deep Research, unabhängige Gegenrecherche, Faktenmatrix, Widerspruchsmanagement und gezielte Nachrecherche. Er ist weder Coaching noch Organisationsentwicklung.

Für welche Redaktionen ist der Workshop geeignet?

Für Podcast-, Audio-, Online-, Print- und Formatentwicklungsteams, die umfangreiche oder internationale Quellen auswerten. Besonders relevant ist der Workflow für True Crime, Dokumentation, Wissen, Geschichte und andere Formate mit strittigen Tatsachenbehauptungen.

Welche KI-Systeme werden eingesetzt?

Im Kernformat übernimmt ChatGPT Deep Research die Hauptrecherche, Gemini Deep Research eine davon unabhängige Gegenrecherche und Codex die strukturierte Prüfung und Synthese. Die konkrete sichtbare Konfiguration wird pro Lauf dokumentiert, weil Produkt- und Modellbezeichnungen sich ändern können.

Ersetzt KI im Workshop die journalistische Recherche?

Nein. KI kann beim Suchen, Strukturieren, Vergleichen und Formulieren neuer Rechercheaufträge helfen. Quellenbewertung, Einordnung, rechtliche Prüfung, dramaturgische Entscheidung und Veröffentlichung bleiben Aufgaben der Redaktion.

Wie lange dauert der Workshop?

Die Dauer, der Umfang und die Vorbereitung richten sich nach Zielgruppe, Fallbeispiel und gewünschtem Übungsanteil. Nach einem kurzen Vorgespräch werden diese Punkte in einem schriftlichen Angebot vereinbart.

Braucht das Team technische Vorkenntnisse?

Programmierung ist nicht erforderlich. Hilfreich ist ein Zugang zu den eingesetzten Deep-Research-Produkten. Accounts, Nutzungslimits, Datenschutz und ein Offline-Fallback werden vor dem Termin gemeinsam geprüft.

Kann der Workshop mit einem eigenen Recherchefall arbeiten?

Standard ist ein vorbereiteter Demonstrationsfall. Ein eigener Recherchefall kann einbezogen werden, wenn das Unternehmen die Nutzung des Materials, Rechte, Datenschutz und den technischen Rahmen vorab freigibt.

Wie wird mit vertraulichen oder personenbezogenen Daten umgegangen?

Standard ist ein vorbereiteter Demonstrationsfall. Eigenes vertrauliches oder personenbezogenes Material wird nur verwendet, wenn das Unternehmen seine Nutzung und den technischen Rahmen vorab freigibt. Der Workshop ersetzt keine Rechtsberatung.

Was kostet ein KI-Recherche-Workshop?

Das Honorar richtet sich nach Dauer, Vorbereitung, Teilnehmerkreis, gewünschter Dokumentation und der Frage, ob ein eigener Recherchefall vorbereitet wird. Nach einem kurzen Vorgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot ohne standardisiertes Paket.

Nächster Schritt

Klären wir, welcher Recherche-Workflow zu Ihrer Redaktion passt.

In einem kurzen Gespräch klären wir Zielgruppe, vorhandene Tools, typische Recherchefälle und das gewünschte Ergebnis. Danach erhalten Sie einen konkreten Workshopvorschlag.

Online deutschlandweit · vor Ort nach Vereinbarung · keine vertraulichen Falldaten für das Erstgespräch erforderlich